In Aggression, Angst, BAT, Clickertraining, Erziehung und Lernen, Hunde-Bücher/ Hundezeitschriften, Hundeerziehung, Hundeschule, Hundesport, Hundetraining, Hundezucht, Reaktivität, Schipperke, Sport mit Hund, Tibetterrier, Welpen

hundephilosophin17.09.2015_005

Für Euch Mit-Welpenbesitzer da draußen habe ich hier die Bücher gesammelt, die ich in den ersten Monaten besonders wichtig und hilfreich finde. Unten findet Ihr direkte (Werbe-)Links zu Amazon.

  1. Dr. Ian Dunbar (2004): Before and After Getting Your Puppy: The Positive Approach to Raising a Happy, Healthy, and Well-Behaved Dog. Es geht vor allem um Stubenreinheit und Beißhemmung, und ich sag es gleich: ja, dieses Buch macht Druck. Aber mit einem guten Motiv, denn mangelnde Stubenreinheit und mangelnde Beißhemmung sind zumindest in den USA laut Ian Dunbar die Hauptgründe, dass Hunde abgegeben werden! Dabei sind sie nicht schwer zu trainieren, es braucht nur Konsequenz. Ich finde, dieses Buch muss jeder (zukünftige) Welpenbesitzer kennen – auch wenn er es dann vielleicht doch nicht so streng befolgt. Dann weiß man wenigstens, dass es für die Pfütze auf dem Teppich genau einen Schuldigen gibt: einen Mensch, der nicht aufgepasst hat! Weil ich Dr Dunbars Buch (ursprünglich waren es zwei Bücher: Before und After)so wichtig finde, verrate ich Euch hier noch ein kleines Geheimnis: Ihr könnt es auch kostenlos bekommen. Als PDF. Und zwar hier: http://www.dogstardaily.com/free-downloads .  So funktioniert Aufklärung!
  2. Madeleine Franck, Rolf C. Franck (2014): Frühförderung für Welpen: Der Züchter hat es in der Hand. Ok, für dieses Buch ist es eigentlich schon ein bisschen spät, wenn Ihr Euren Welpen schon habt. Für mich ist es als Hundepsychologin spannend, und ich hatte das Glück, dass Ries Züchterin das Buch auch toll findet, und wir zusammen die Entwicklungsschritte der Kleinen verfolgen konnten. ABER da wir heute wissen, dass es beim Hund nicht die einmal stattfindende, irreversible „Prägung“ gibt, sondern viel mehr Zeitfenster, in denen bestimmte Dinge besonders leicht gelernt werden, ist es dann eben doch für alle Welpenbesitzer relevant. Denn zu wissen, dass z.B. das Zeitfenster für das Lernen, wer/ was Artgenossen sind, mit der 12. Woche zugeht, ist ja keine Entschuldigung, das nicht nachzuholen, wenn Baby schon über 12 Wochen alt ist und z.B. noch keine Kinder kennen gelernt hat.
  3. Helen Zulch (2013): Fit for Life: Was Welpen wirklich lernen müssen. Ist Euch auch schon mal hundephilosophin17.09.2015_003 aufgefallen, dass unheimlich viele Hundeschulen damit werben, keine „normale“ Hundeschule zu sein, und dass man unter modernen, mehr oder weniger positiv arbeitenden Trainern (auch von mir) oft hört, „Sitz“, „Platz“ und „Fuß“ wären jetzt nicht unbedingt die allerwichtigsten Sachen, die ein Hund lernen muss – aber wenn man dann nachfragt, was ein Hund denn wirklich können muss, fällt auch keinem so richtig was ein? Dieses Buch ist die Antwort darauf. Und deswegen finde ich es total super, und bin froh, dass ich es gefunden habe! Die Kapitelüberschriften formulieren je ein wichtiges Lernziel, wie „Ich kann ruhig sein“, „Ich liebe Überraschungen“ usw. Es geht hier nicht um Kommandos! Ich sehe jeden Tag Hunde, die zwar Sitzplatzfuss und vielleicht noch „Pfötchen geben“ können, aber zusammenbrechen, wenn mal ein Kind zu flott um die Ecke biegt, oder beim Feuerwerk, oder wenn ein anderer Hund bellt, oder oder oder. Und mal ehrlich: was braucht der Hund von heute, um zurechtzukommen? Ganz schön viel Nervenstärke, Frustrationstoleranz, Souveränität. Und dieses Buch! Unbedingt kaufen! 
  4. Imke Niewöhner (2012): Auf ins Leben!: Grundschulplan für Welpen. Weil aber Besitzer ja auch Sitzplatzfuss trainieren wollen, braucht es auch solche Bücher. Was ich hier ganz hilfreich finde, ist, dass die Autorin all die Übungen, die ein Welchen so machen soll,  in wöchentliche „Stundenpläne“ herunterbricht. Denn mal ehrlich, man fragt sich ja schon, wann man das alles machen soll! Das Tier altert ja ungehindert weiter! Die Wochen vergehen! Auch hier im Hundetrainerhaushalt! – Ich mag übrigens vorgegebene Zeitpläne nicht so, ich mach mir die lieber selber. Aber mein Mann zum Beispiel findet es super, wenn er genau weiß: in Woche zwei müssen wir einen Ausflug zum Bauernhof machen. Was ich an den Zeitplänen gut finde: An den Tagen, für die „Theorie“ vorgesehen ist, hat man frei. Und die Theorie kenne ich ja schon! :-)) Achja: die Theorie in diesem Buch ist vernünftig und zeitgemäß. Kauft Euch um himmelswollen kein altes Welpenbuch – und das heißt: nicht vor etwa 2000, also vor den neuen Studien an frei lebenden Wölfen und verwilderten Haushunden,  erschienen!  
  5. Celina DelAmo (2006): Trainingskarten für Welpen. Wer noch mehr Service will als wöchentliche Stundenpläne, ist mit diesen Karten gut bedient: auf jeder Karte wird eine Übung erklärt, und man kann die laminierten, hosentaschengroßen Dinger gut mitnehmen. Ich fand jetzt nicht alle toll, und habe erstmal aussortiert, aber das ist ja ok. Toll auch für kontrollfreakige Ehefrauen wie mich: man kann die Karten so schön unauffällig rumliegen lassen. :-) Wenn man Glück hat, kommt der entspannte Ehemann dann vom Gassigang zurück und sagt: wir haben schon 75mal den Namen geübt, was sollen wir jetzt machen? Wo ist die nächste Karte? Super, oder?
  6. Sophia Yin (2011): Perfect Puppy in 7 Days: How to Start Your Puppy Off Right. (Unten ist die Kindle-Version verlinkt, weil das Taschenbuchbei Amazon leider nur noch antiquarisch und unbezahlbar erhältlich ist. Ihr könnt es aber direkt über http://drsophiayin.com/perfectpuppy beziehen). Mich macht dieses Buch immer ein bisschen traurig, denn Dr. Sophia Yin, eine begnadete Trainerin, und eine Pionierin positiven Hundetrainings, hat sich im September letzen Jahres das Leben genommen. Ihr Tod hat – vor allem in den USA – zu einer großen und wichtigen Debatte über Depressionen, Burn-Out und Suizid bei Tierärzten geführt. Einen Artikel dazu und über Dr. Sophia Yin findet ihr hier: http://www.huffingtonpost.com/anna-jane-grossman/the-legacy-and-tragedy-of_b_5927396.html . Dr Sophia Yin hat viel Material in Videos und PDFs kostenlos zur Verfügung gestellt, war sehr aktiv in den Sozialen Medien, und ihr Team ist es weiter. Sie gibt ganz konkrete, kleinschnittige Anleitungen, und kann unheimlich gut und genau erklären „how to behave so your dog behaves“ (ein anderer Titel von ihr). Ganz ehrlich: mich stresst das oft ziemlich, weil da so viel Großartigkeit rüberkommt. Deshalb finde ich auch den Titel dieses Buches hier so blöd, dass ich es lange gar nicht anschauen wollte. „Perfect Puppy“, auweia! Aber macht den Fehler nicht, das Buch lohnt sich! Denn es spricht nichts dagegen, Welpentraining vielleicht nicht perfekt, aber doch: so gut wie möglich anzugehen. Sophia Yin hat einen Australian Cattle Dog Welpen für Ihre Eltern trainiert, und berichtet davon in diesem Buch. Begleitet wird es von ganz vielen Fotos, auf denen jeder Schritt nachvollzogen werden kann. Positives Training ist in weiten Teilen eine Technik – und um sie anzuwenden, braucht man verständliche Anleitungen. Genau das liefert dieses Buch.
  7. Claudia Moser (2014): Vom Welpen zum Sporthund: Welpentraining und -motivation mit Sinn und Verstand. Der Titel klingt spezieller als das Buch letztlich ist. Oder andersrum: das Buch ist ein Muss für alle, die mit ihrem Hund Sport machen wollen, aber es lohnt auch für alle anderen Welpenbesitzer, die ihrem Hund „nur“ ein schönes, gesundes, interessantes Haustierleben geben wollen. Wenn man von Welpen an den Hund zum Beispiel sinnvoll gymnastiziert, ist es weniger wahrscheinlich, dass er später Fehlhaltungen ausbildet. Wenn man dem Welpen über Shaping  und mithilfe von Targets zeigt, was man von ihm will, wird es ihm ein Hundeleben lang leicht fallen, neue Aufgaben zu verstehen. Das lohnt sich doch, oder? Ich finde das Buch sogar empfehlenswert für Besitzer erwachsener Hunde, die noch Nachholbedarf in den sechs Fähigkeiten haben, um die es hier geht: Motivation/ Aufmerksamkeit, Kreativität, Arbeit mit Targets, Selbstkontrolle, Körperkontrolle, Gangschule.
  8. Michael Grewe (2012): Hoffnung auf Freundschaft: Das erste Jahr des Hundes. Ja, ich weiß, die Positiv-Trainer hauen mich jetzt. Michael Grewe ist nämlich nicht gewaltfrei, und eine Ex-Freundin hat ein Video lanciert, in dem er einem Hund einen Blech-Napf auf den Kopf haut. Das ist nicht schön. Also weder von der Eifreundin, noch von ihm. Ich würde es vermutlich nicht machen. Es gab dann einen Riesen „Shit-Storm“, und die echt total gewaltfreien Frauen wollen jetzt nichtmal mehr bei den selben Seminarveranstaltern referieren wie Grewe. Ich will mich in diese Diskussion nicht vertiefen, sondern Euch sagen, dass das hier ein kluges, empfehlenswertes Buch ist. Es begleitet zwei (fiktive) Welpen/ Junghunde durchs erste Jahr. Bei einem läuft es gut, beim andern ist alles gut gemeint, und geht furchtbar schief. Darüber zu reden, ist wichtig. Und ich mag es auch, Parallelen zu Kindererziehung zu ziehen, wie Grete es hier macht. Ich habe dieses Buch sogar mal meinem Vater geschenkt, der mit Hunden gar nichts am Hut hat (aber mit Menschen-Pädagogik). Nicht nur für Welpenbesitzer empfehlenswert!    
  9. Grisha Stewart (2012): The Official Ahimsa Dog Training Manual: A Practical, Force-Free Guide to Problem Solving and Manners. Kein spezielles Welpenbuch, sondern ein Buch zur Grunderziehung aller Hunde. Grisha Stewart ist die Frau, die BAT (Behaviour Adjustiert Training) erfunden hat, die Technik, mit der ich in der meisten meiner Aggressionsfälle arbeite. Hier erklärt sie grundlegende Übungen, die jeder Hund kennen sollte. Gut verständlich, klar, bisschen technisch. Eine kleine Einführung in BAT gibt es auch. – Speziell für Welpen, leider nicht bei Amazon erhältlich, ist die DVD „Give your Puppe a choice“ (z.B. über Dogwise). Ich finde es hundephilosophin17.09.2015_004  hilfreich, sich sowas mal live oder eben auf DVD anzuschauen. Hier wird schön gezeigt, wie Sozialisieren richtig geht, und kleine Übungen vorgemacht, zum Beispiel zum Nichthochspringen. Grisha ist hier noch nicht ganz so perfektionistisch wie heute, es geht auch mal was schief, sie steht irgendwie lustig in der Gegend rum, und das ganze ist ein bisschen seltsam zusammengeschnitten. Ich finde das ja sympathischer, als die superglatte Geldmaschine, nach der ihre neuen Sachen aussehen. 
  10. Leslie McDevitt (2012): Control Unleashed: The Puppy Program. Blogleser, die schon länger dabei sind, wissen, dass „Control Unleashed“ für mich im Umgang mit Habca das Erweckungsbuch war. Hier lernte ich, das Habcas Probleme mit der Umwelt einen Namen haben („Reaktivität“), dass das viele Hunde haben, dass es Gründe hat – und dass man speziell dagegen trainieren kann! Ich habe später ganz viele der Übungen in meine Arbeit übernommen, und sie haben vielen verschiedenen Hunden geholfen. Nomi zum Beispiel war (meiner Ansicht nach) nicht reaktiv, aber die Übung „Look at that“ wurde sozusagen ihr Rettungsanker! Ursprünglich hat Leslie McDevitt das Programm für Leute entwickelt, die mit ihrem Hund Agility machen wollen, und der kommt mit einem Gruppenkurs nicht zurecht, ist zu aufgeregt, bellt, wenn die anderen rennen, usw. – Aber ich glaube, da war ihr einfach noch nicht klar, dass Control Unleashed (CU) viel, viel mehr kann. Es ist leider (in Deutschland?) immer noch selten, Hundetraining so strukturiert, so kleinschrittig anzugehen. Wenn ihr die Möglichkeit habt, schaut Euch auch die DVDs an! Mein Mann war geduldig genug, sich das mal mit mir in unseren Ferien jeden Abend reinzuziehen – es sind viele Stunden, ein ungekürztes Seminar, für viel Geld. Aber es ist auch eine Erleuchtung! Mancher Hund wird nur aus seiner Transportbox gerufen, dreht sich beim Rauskommen in Richtung Besitzer – Click, Belohnung, und das war’s! – Boxen sind übrigens ein unverzichtbares Hilfsmittel bei McDevitt, ebenso wie Targets oder Liegematten. – Tja, ihr seht schon: es war klar, dass Baby Rike das auch abkriegt! „CU The Puppy Program“ ist eigentlich nichts anderes als CU, aber es wird entwickelt, wie man das Programm auf Babies anpasst. Man kann es auch gut lesen und verstehen, ohne das ursprüngliche CU Programm zu kennen.