In Aggression, Allergie, Hundeernährung, Mehrhundehaltung, Mensch-Hund-Beziehung, Stress, Tierarzt, Veränderung
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Sommer 2012, mit Socke

In den Sommern 2011, 2012 und 2013 hat es Nomi ganz schlimm gejuckt. Sie hat sich die Pfoten und die Flanken aufgebissen, beim Spazierengehen und nachts ständig gekratzt und geleckt, so dass nicht nur sie, sondern auch wir alle um sie herum schon ganz wahnsinnig wurden. Ihre damalige Besitzerin ging mit ihr von Tierarzt zu Tierarzt: Herbstgrasmilben, Leckekzem, Schilddrüsenunterfunktion, oder auch doch nicht, Spezialshampoos, Lotionen, Spritzen, Antibiotika, Futterwechsel, Cortison, Antibiotika, und irgendwie immer wieder alles von vorne.

Von Juni bis Oktober ging das jeweils so. Sie trug ständig Socken und Verbände, und bekam doch alles irgendwie ab. Der Zwang, zu lecken und zu beißen, war zu stark. Sie badete ständig mit irgendwelchem Spezialzeug, aber nichts half so wirklich. Ihre Besitzerin entdeckte ständig neue Pünktchen, Ausschlag, rote Stellen.

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2012

 

Ich habe mit ihr Ende 2013 einen Serums-Allergietest gemacht (beim Tier-Hautarzt Dr. Brett Wildermuth), und auf dieser Grundlage machen wir seitdem eine Desensibilisierung. Das Mittel wurde speziell für Nomi hergestellt, wir spritzen es selbst (unter die Haut), erst alle zwei Wochen, jetzt alle vier Wochen. Selbst Friedrich mit seiner Spritzenangst kriegt das prima hin, sogar besser als ich.

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Sommer 2013, der vernarbte Fuß

 

Ich habe auch Nomis Futter nochmal umgestellt, als ich sie im September 2013 übernommen habe, und es hat sich auch sonst nochmal einiges in ihrem Leben geändert, und sie verändert sich selbst immer weiter. Ich bin davon überzeugt, dass es in der Arbeit mit einem „aggressiven“ Hund das wichtigste ist, dafür zu sorgen, dass es in jeder Hinsicht gut geht. Ich glaube wir wissen alle, wie aggressiv einen ein hartnäckiger Juckreiz machen kann, oder? Einen Juckreiz, der einen dazu bringt sich den Fuß bis auf den Knochen aufzubeißen, kann ich mir gar nicht vorstellen…

Es ist also möglicherweise nicht *nur* die Desensibilisierung, aber: Dieses Jahr ist sie – noch – symptomfrei, und ich hoffe so sehr, dass es ein Sommer ohne Leckekzem bleibt…

 

PS: Im Moment höre ich bei geschätzt jedem zweiten Erstgespräch, der Hund sei „allergisch“, dann frage ich „wogegen denn?“, und die Besitzer sagen, das wüssten sie nicht. Ganz ehrlich? Ich verstehe das nicht. Es ist *nicht* normal wenn ein Hund ständig Hautprobleme hat, oder auch wiederkehrenden Durchfall, es ist *nicht* normal, immer wieder Antibiotika zu geben, am besten noch selber hier und da mal eine Tablette, oder auf eigene Faust dann eben „nur Pferd“ oder „nur afrikanischen Strauß“ oder was auch immer zu füttern. Oder, noch besser: nur noch Tierarztfutter. Ich gebe auch viel Geld für Hundefutter aus, aber wenn mir ein Tierarzt sagen würde, der Hund sei allergisch, wogegen wüsste man nicht, aber die Lösung sei, nur noch sündhaft teures Futter zu füttern, das man zufällig nur über ihn kaufen kann – da würde ich schon mal nachfragen. Es gibt verschiedene Allergietests für Hunde, der Serumstest, den Nomi gemacht hat war völlig problemlos (1x Blut abnehmen) und bezahlbar.