In Hund in Berlin, Hund in Frankfurt, Hunderassen, Mauerpark, Volkspark Friedrichshain

Als Habca noch klein war…

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… und wir mit ihr in Berlin wohnten, in Prenzlberg natürlich, ich schrieb meine Magister-, Friedrich seine Diplomarbeit, und wir verbrachten viel Zeit in Cafés, und am Wochenende fuhren wir 45Minuten mit der S-Bahn in den Grunewald, weshalb Habca sich noch heute mit einem das-kann-dauern-Seufzer hinlegt, wenn wir  in eine S-Bahn steigen, und trafen dort einen Hundetrainer mit seinem Hund „Schlappi“ und zerrten Habca an der Schleppleine durch die Gegend und gaben ihr zuckrige Leckerlies  …

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… und gingen jeden Sonntag in den Mauerpark, damit Habca im Hundeauslauf mit anderen Hunden spielen konnte, und Friedrich warf ihr Frisbees, und später schlenderten wir (ohne Leine, weil in Berlin derzeit niemand Leinen benutzt hat) über den Flohmarkt…

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… und wir waren so vernarrt in unser kleines schwarzes Hündchen, und so jung (seht nur Friedrichs junges Gesicht, und die Chucks die er trägt!) …

 

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… da hatte Habca drei Freunde im gleichen Alter: einen kleinen Pudel, der Taxi hieß, den Weimaraner Elvis, und ein braunes Labrador-Mädchen, die Hedda hieß. Wir gingen oft zusammen durch den Park, und Hedda brachte Habca bei dass man durch Pfützen mitten durch laufen muss statt außenrum, und dass es Leckerchen gibt wenn Frauchen „hodná hochitchka“ oder „sedni“ oder so etwas sagte, denn Hedda wurde auf tschechisch erzogen und Habca lernte schnell.

Heddas Frauchen war damals wohl etwa dreißig (also ganz schön alt), und sie hatte einen Beruf, und ein eigenes Auto, und trug oft eine Sonnenbrille, und ich fand sie deshalb großartig und beneidenswert.

Manchmal nahm uns Heddas Frauchen mit diesem Auto mit nach Arkenberge, wo Hunde freilaufen dürfen und man im Bach plantschen kann. Habca benahm sich fast normal (sie war sonst immer die bravste, und stellte nie diese Dinge an, die die anderen anstellten, sondern blieb lieber in meiner Nähe, weshalb ich nicht mit den anderen Frauen „genervte Hundemama“ spielen konnte) und spielte mit Hedda im Wasser.

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Nach dem Spaziergang waren die Hunde nass, müde, dreckig, Hedda-Frauchen brachte Habca und mich nach Hause, wo ein mehr oder minder studentisch-unstrukturierter Tag mit Lesen und Denken und Schreiben und vielleicht Bibliotheksbesuchen auf mich wartete, bevor sie mit ihrem Auto zu ihrer Arbeit fuhr. Habca und ich saßen auf der Rückbank, Hedda auf dem Beifahrersitz, und wenn Hedda dann ihren dicken Labradorkopf auf der Mittelkonsole ablegte, dachte ich voller Neid, dass ich so auch einmal sein wollte: eine Frau um die dreißig, mit Beruf und eigenem Auto und einem dicken schlafenden Labradorkopf auf der Mittelkonsole.

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Hedda auf der Rückfahrt aus Arkenberge

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[Teil 2 folgt]