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Ich war ja lange Leinen gegenüber skeptisch eingestellt: Eigentlich sollte ein Hund doch einfach gern in meiner Nähe bleiben, so einen Strick wollte ich dazu nicht brauchen…

Dann beschäftigte ich mich mit der Leine als Symbol im Fichtlmeier-Training (von dem ich sonst nicht so wahnsinnig viel halte, aber die Leinensymbolik gefällt mir: Der Hund an der Leine ). Ich merkte, dass es nicht hilfreich ist, wenn schon ich dieses Ding nicht besonders mag. „Leinegehen ist wie Händchenhalten“, sagte mir mal jemand, ich weiß nicht mehr wer, aber es muss jemand mit Tellington-Hintergrund gewesen sein.

Die Leine, erklärte Michael Stephan, ist ein Gegenstand, den wir Hundebesitzer so viel in der Hand halten. Man sollte sich eine gönnen, die man wirklich mag.

Ich habe mittlerweile viele Leinen, die ich mag. Aus weichem Leder, aus dickem Tau, aus praktischem Biothane. Seit ich Nomi habe, suche ich nach einer Leine für zwei Hunde, mit der ich beiden einzeln gerecht werden kann – aber mir selbst auch, sie sollen sich nicht verknoten, verwickeln, umrunden, mich nicht fesseln… ok, manches davon ist eher eine Frage des Trainings als des Gegenstands. Und dennoch!

Ich habe bei Moxon & Co.  eine Zweier-Koppel-Moxonleine gekauft, als Nomi bei uns eingezogen ist. Und nach einem Jahr Benutzung nochmal Teile nachbestellt – Moxon & Co. ist ein kleiner Shop mit supernettem individuellem Service, maßangefertigten Teile, und das alles für wenig Geld! – und will Euch jetzt mal zeigen, was ich da habe.

Das sind alle Einzelteile, alles rote 8 mm Reepschnur:

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Ganz links ist „mein“ Leinenteil: eine Umhängeleine mit Wirbel am Ende, ich kann sie natürlich auch so in die Hand nehmen, oder aber den Karabiner in den kleinen Ring haken, so dass die Leine länger ist und eine Handschlaufe hat.

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Die Mädchen haben beide eine Halsung mit Gummistopp, die ich mit Karabiner in meinen Wirbel einhaken kann (auf dem Bild oben 2. u. 3. v. re.):

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Die Halsungen sind leicht verstellbar, und sie öffnen sich beim Tragen gut, so dass der Hund fast wie ohne Halsband läuft.

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Da ich fand, dass die zwei so recht nah beieinander gehen müssen – was auch mit ihrem Größenunterschied zu tun hat – habe ich eine solche Halsung nochmal mit längerem Seil bestellt (Überblicksbild ganz rechts). Wenn die Hunde nur hübsch bei Fuß gehen, reicht das kürzere, beim „Gassigehen“wenn ich jeden die perfekte Pippistelle suchen lassen will, ist es schön, was längeres zu haben.

Mit Handschlaufe ist die Leine lang, aber die Enden können sich wegen des Wirbels nicht verwickeln oder verknoten.

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Natürlich kann ich auch nur einen so führen, und den anderen jederzeit „abkoppeln“ und mit der anderen Hand führen:

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Da Nomi aber, wenn die „Gefahr“ besteht, fremde Hunde zu treffen, ein Geschirr trägt, habe ich hin- und herüberlegt, wie ich das integrieren kann. Natürlich kann ich mit meinen ganzen Karabinern und Ringen einfach „tricksen“. Ich kann z.B. den Karabiner ihrer Halsung an ihrem Geschirr befestigen, und den Halsbandteil an einem anderen Karabiner, z.B. an meiner Handschlaufe, einhaken.

Ich habe ihr aber kürzlich noch zwei Sonderanfertigungs-Stücke bestellt: Eines hat einfach an beiden Enden ein Karabiner (2. v. li. in der Übersichtsabbildung). So kann ich sie mit ihrem Geschirr an meinem Wirbel einhaken. Das Stück ist auch schön lang.

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Das zweite hat an einem Ende einen Karabiner fürs Geschirr, am anderen aber nur einen dezenten Ring: So kann ich sie mit Habca zusammen an der Leine führen, aber da wo ich Habca einfach ableine, was bei einer Moxon-Leine ja heißt: „nackig“ laufen lasse, lasse ich bei Nomi dieses Stück dann schleifen. Ich wollte sie keinen Karabiner hinter sich herschleifen lassen, aber mit diesem kleinen Ring geht es ganz gut. Natürlich würde ich keine Moxonleine schleifen lassen. Wie gut die Reepschnur das aushält, kann ich noch nicht sagen.

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Ich bin mit dieser Leine sehr zufrieden:

  • sie liegt angenehm in der Hand.
  • sie ist individuell
  • das leuchtende rot und das glatte „Finish“ der Schnur halten jetzt ein gutes Jahr unverändert
  • ich kann sie sehr flexibel benutzen: außer dem oben beschriebenen kann ich mir jederzeit andere Kombinationen ausdenken
  • sie filzt nicht an Habcas Fell
  • und schont doch Nomis empfindliche Haut
  • ich kann ihre Einzelteile klein zusammenlegen und in der (Hosen-)tasche verstauen
  • und sie war für all diesen Komfort wirklich günstig

Einen Punkt habe ich noch, der manchen, der jetzt überlegt sich auch so eine tolle Leine zuzulegen, doch noch davon abhalten sollte: meiner Meinung nach gehören Retriever- bzw. Moxonleinen ausschließlich in Profihände. Man kann mit ihnen hundefreundlich arbeiten und sehr feine Signale geben. Man kann mit ihnen aber auch Schmerzen verursachen, Verhaltensprobleme erzeugen oder verschlimmern und ernste Verletzungen hervorrufen.

Danke nochmal an Frau Kreß von Moxon & Co. – die unseren Test nicht finanziert oder beeinflusst hat.