In Erziehung und Lernen, Hundesitter, Hündin, Mehrhundehaltung, Tibetterrier, Tierpsychologie

Habca war mal eine klassische „Du sollst keinen anderen Hund neben mir haben“-Prinzessin. Als Nomi im Sommer jeden Tag zu Besuch kam war sie nicht direkt begeistert und hat Nomi die Hausregeln erklärt, die sich zunächst zusammenfassen ließen als „Du darfst nichts, ich darf alles – außer dem was ich nicht darf.“
Sagen wir: Das ist lange her. ;-)

Nomi hat es perfekt gemacht: Habca ihre Verehrung dargeboten und ich dabei klammheimlich in ihr und mein Herz geschlichen. Die Hausregel passte sich an: „Also gut, Nomi darf aufs Sofa wenn ich nicht sehen muss wie sie hochspringt“. „Na gut, Nomi darf Dich auch ein bisschen begrüßen wenn Du nach Hause kommst.“ „Okay, Nomi darf aufs Bett wenn ich nicht drin bin“. „Meinetwegen, Nomi darf auch aufs Sofa springen wenn ich schon daraufliege.“
Die beiden sind das was ich als beste Hündinnen-Freundinnen bezeichnen würde: Sie begrüßen sich mit Küsschen, markieren draußen an den gleichen Stellen, machen ihr Häufchen bevorzugt nebeneinander gleichzeitig, lieben beide weiche gemütliche Liegeplätze und machen gegen dritte gern gemeinsame Sache. Wenn ich heimkomme (ähm, Nomifrauchen, guck mal kurz weg) springen sie zusammen an mir hoch. Wenn ich nicht da bin liegen sie zusammen auf dem Bett, draußen geht einer rechts, einer links neben mir, und Samstagsmittags steht Habca manchmal plötzlich vor mir und fragt „Nomi holen?“.

Die Hausregel gegenüber Besuchern heißt jetzt: „Wir beide dürfen alles – Rüden dürfen nix.“ Und die Jungs akzeptieren das klaglos. Bis ich mich einmische.
Wenn es ganz still ist in der Wohnung und man schaut nach ihnen, und dann liegen sie da irgendwo, Rücken an Rücken oder auch schonmal halb übereinander, mehr aus Versehen zwar, aber es stört sie nicht mehr – dann muss ich doch immer sehr lächeln.
Eine echte Hündinnenfreundschaft ist etwas ganz anders als Rüdenkumpanen oder gemischtgeschlechtliche Freundschaften. Ich empfinde ein liebevolles Einverständnis miteinander bei den zwei Mädels. Beide für sich sind ja nicht einfach, Nomi mag andere Hunde nicht besonders und Habca legt furchtbar viel Wert auf Etikette. Aber ihre Freundin, die darf jetzt alles, und wehe jemand kommt ihr zu nahe.

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