In Bretagne mit Hund, Erziehung und Lernen, Hochheimer Hundewiese, Hund auf Reisen, Hund in Berlin, Hund in Mainz, Hundetraining, Meer mit Hund, Tibetterrier

Ich habe vor einigen Monaten eine Hundepfeife gekauft, weil ich sie so schön fand. ;-) Ich wollte immer schon eine haben, aber in den Berliner Strassen wäre mir das albern gekommen – zumal mit einem Hund, der sich kaum weiter als 15m von mir entfernt.

In Mainz, dachte ich, da gehen wir auf den Feldern spazieren, in den Weinbergen, da kann man schonmal eine Pfeife gebrauchen. Und kaufte die schönste Pfeife aller Zeiten, und trug sie stolz am Lederband um den Hals.
Aber der Hund entfernte sich ja immer noch nicht außer Sicht- oder Rufweite.

Dann haben wir auf den Hochheimer Wiesen geübt, mit Absitzen und warten und Pfeifen und Jackpot. Die Pfeife ist verdammt laut.

Aber in den Ferien, am Strand, da machte das ganze Sinn. Die Wellen donnern, der Wind pfeift, der Strand ist riesig, der Hund läufig, hat ergo auch mal andere Interessen als Frauchen im Auge zu behalten.

Ich wollte das Training unbedingt so aufbauen, dass der Rückruf immer klappt und das Zurückkommen immer super ist, deshalb war ich am Anfang ziemlich vorsichtig und habe nur gepfiffen, wenn gar keine Ablenkung da war.

Da Habca schnell merkte, dass ich einen Jackpot in der Tasche hatte (Frolic) blieb sie dann aber vorsorglich dicht bei mir und spielte Begleithundprüfung. Wir sind dann auf Möwengruppen zugelaufen und ich hab sie zu anderen Hunden geschickt, um sie irgendwie zu animieren etwas wegzugehen und nicht ganz so doll auf mich zu achten *lach*. Dann kam der Pfiff, ich bin gleichzeitig ein bisschen von ihr weggerrannt, und sie im höchsten Tempo hinterher – und Jackpot.

Am letzten Tag war unser erster Ernstfall: Pferde am Strand. Nicht anleinen, entscheide ich, lass es uns probieren. Habca rennt bellend auf die Pferde zu, bestimmt zwanzig Meter von mir weg. Ich habe keinen Jackpot dabei. Ich pfeife. Habca rennt ungebremst einen Bogen, rast auf mich zu. Ich bin begeistert. Wir toben und rennen zur Belohnung zusammen im Sand.

Nachteil: Das Pferd hat sich über den lauten schrillen Pfiff auch ziemlich erschreckt.

Dass Habca sich erschreckt, wenn ich pfeife, ist das Abbruchsignal, es reißt sie aus dem raus, was sie gerade tut. In unglaublicher Geschwindigkeit kann sie dann umschalten auf das andere Programm (zu mir rennen).

Der Vorteil gegenüber Rufen – ausser dass der Pfiff wirklich viel lauter ist – ist die Neutralität des Pfiffs: Er ist immer gleich und bedeutet immer: Yippie, Jackpot, schnell hin. Wenn ich rufe, weil sie auf einen Hass-kie zuläuft, klinge ich angespannt, besorgt, ängstlich, wütend, und der Hund versucht sein Verhalten danach auszurichten: Soll ich Frauchen beschützen? Besser nicht zu ihr gehen, weil sie sauer ist? Der Pfiff macht es dem Hund leichter, weil er solche Ambiguitäten vermeidet. Damit seine Ausage ganz klar bleibt, dass etwas ganz tolles, außergewöhnliches passiert, werde ich ihn trotzdem nur selten einsetzen.

Showing 4 comments
  • Emil

    Ich habe das Supersignal ja auch schon lange Jahre etabliert, denn Emil läuft abgeleint eigentlich so gut wie immer mit einem Abstand größer als 15m. Die Argumente PRO Pfiff leuchten mir alle ein. Ich habe mich dennoch dagegen entschieden, weil ich garantiert die Pfeife vergesse wenn ich sie dringend brauche, ich sie in nicht schnell genug im Mund habe und ich meine Stimme extra unterschiedlich klingen lasse beim Supersignal. So kann ich unter Umständen nämlich noch einen extra Schwung Motivation mit hineinrufen. Zu guter letzt habe ich beim Briardspaziergang erlebt wie drei Leute diverse Pfeifen benutzt haben. Da war ich ziemlich froh, dass mein Hund nicht auf Pfiff konditioniert war, denn die Motivation nach mehrmaligem Pfeifen noch zu kommen ist gleich null.
    Ach ja, alles Gute zum Geburtstag Habca. :-)
    LG BB

  • Hoshi

    Wir sind noch dabei, den Pfiff zu etablieren, aber noch nicht draussen :-)
    Immer wenn sie es draussen üben wollte, blieb ich an ihr kleben :-)))

    Frauchens Endziel ist es, Supersignal UND Pfiff zu etablieren, gleichwertig und je nachdem zu benutzen.

    Wüffchen
    Hoshi

  • Banjo's Frauchen

    Ich überlege noch, ob ich bei BamBam wieder einen Pfiff als Supersignal nehmen soll. Denn wenn du die Pfeife vergisst, hängt im Ernstfall der Gehorsam zuhause am Haken. Banjo hat immer supergut darauf gehört. Ich konnte ihn wirklich mal von einer heißen Hündin abpfeifen. Zwar nur einmal, aber immerhin. :))

    LG
    Banjo’s Frauchen

  • Anonymous

    schöne fotos, schöner hund…

    sag mal, warst du bei mir um die ecke???

    bisous, la flitz

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