In Erste Hilfe am Hund, Hitze, Hund im Sommer, Hundetraining, Stress, Wetter

Heute war es warm, es wird in den kommenden Tagen noch wärmer, und auch wenn die Tagesschau uns nicht kollektiv mit roten Wetterkarten in die Irre führt, ist es für den durchschnittlichen Einwohner hier noch ungewohnt, mit Temperaturen ein ganzes Stück jenseits der 30 Grad zurecht zu kommen.

Hitze ist, biologisch gesehen, ein Stressor. Das heißt, der Körper muss sich an veränderte Bedingungen anpassen. Das ist anstrengend – für Menschen wie für Tiere. Die natürliche Reaktion ist, sich zu schonen, sich weniger zu bewegen und direkte Sonne (insbesondere mittags) zu meiden.

Bei Menschen-Babies aktiviert die Hitze übrigens wohl das Bindungssystem: sie wollen (noch mehr als sonst) nah bei ihrer Bezugsperson bleiben. Interessant, oder?

Wie können wir unseren Hunden helfen, mit der Hitze klarzukommen?

  • im Prinzip wissen (die meisten) Hunde es schon von selbst: schonen, faulenzen, kühle Untergründe (Fliesen, Steinfußböden) suchen und rumhängen sind das beste Programm bei diesem Wetter.
  • es ist an diesen heißen Tagen völlig ok, nur ganz kurz oder auch mal gar nicht spazieren zu gehen! Natürlich müssen Hunde trotzdem auf Klo, aber der durchschnittliche erwachsene Hund muss sich nicht unbedingt viel bewegen, und alte, junge und kranke Hunde sollten geschont werden. Man kann natürlich frühmorgens oder spätabends rausgehen, oder eine kleine Runde im schattigen Wald drehen oder durch ein Bach waten – aber man muss nicht! Man kann die Hunde zuhause mit Denkspielen & Co auslasten – aber schaut euch euren individuellen Hund an, für viele ist es völlig ok, jetzt einfach mal drei Tage nur rumzuhängen!
  • mehr Infos zu Kühlmatten, Kühlhalstüchern, Hunde-Eis & Co findet ihr hier: http://www.diehundephilosophin.de/blog/hund-in-frankfurt/kuhl-produkte-fur-hunde-was-fur-eine-hitze/
  • alles über eine Pool-Party für Hunde findest du hier: http://www.diehundephilosophin.de/blog/ferien/so-veranstaltest-du-eine-pool-party-fuer-deinen-hund/
  • in manchen Städten gibt es Hundeschwimmbäder (das in Frankfurt, über das ich hier schreibe, hat leider geschlossen)
  • wenn ihr die Möglichkeit dazu habt, geht unbedingt mit Eurem Hund in einem See schwimmen, es macht so Spaß! Ich erzähle hier und hier davon.
  • informiert euch über Symptome des Hitzschlags beim Hund und die Erste-Hilfe-Maßnahmen hierfür

… und ein fancy Frendwort

Wenn ihr aber trainiert, abends, nachts, im Wald, zuhause: vielleicht bemerkt ihr dann, dass sich der Wert eurer Verstärker geändert hat. Ich belohne auf dem Spaziergang mit unserem ganz normalen Trockenfutter, und an heißen Tagen kommt es vorher, dass die Hunde das gar nicht nehmen wollen. Nachvollziehbar: es ist halt trocken, und bei Hitze will man lieber etwas feuchtes. Nun lassen wir Trainer, die mit positiver Verstärkung arbeiten, unsere Kunden ja gern Verstärkerlisten machen. Da sollten nicht nur verschiedene fressbare Dinge draufstehen, sondern auch zum Beispiel Spielzeug und Aktivitäten. Das sind zum Beispiel Top 10- Listen. Aber: der Wert eines Verstärkers kann sich ändern. Zum Beispiel durch Durst, Hunger, Hitze, Müdigkeit. Diese Änderung des Wertes eines Verstärkers nennt man „motivating operations„. So, damit könnt ihr jetzt eine Person eurer Wahl beeindrucken gehen.