In blog, Erziehung und Lernen, Habca, Hundephilosophin, Hundeschule, Hundesport, Hundetraining, Konzepttraining, Mantrailing, Mensch-Hund-Beziehung, Pettrailing, Rike, Schipperke, Trainingsspezialist

das war

 

  1. Habca: Habca ist noch da. Sie lebt noch. Es war im Oktober 2016, das eine Tierärztin zu mir sagte: „Noch zwei Wochen, oder noch zwei Monate, wer weiß das schon“. Ich wollte unbedingt nochmal mit ihr Weihnachten feiern – 2016. Ich wollte unbedingt nochmal mit ihr in die Bretagne – haben wir gemacht. Jetzt haben wir nochmal Weihnachten gefeiert! Es geht ihr gut, sie ist munter, hungrig, war gerade ein bisschen scheinschwanger – alles wirkt „normal“. Und zugleich ist nichts mehr „normal“. Ich empfinde die Sicherheit ihrer Begleitung nicht mehr. Vor ein paar Wochen hatte sie ein Problem am Auge – es sah schlimm aus, war aber harmlos – und ich bin so in Panik geraten, dass ich nichtmals zum Tierarzt gehen konnte. Die Angst um sie, die Angst vor dem unaussprechlichen Verlust, begleitet mich. Sie gibt Habcas Anwesenheit eine Intensität, eine Fragilität, die manchmal schwer auszuhalten ist, und manchmal sehr schön.
  2. Trainingsspezialisten: Ich war dieses Jahr fünfmal bei den „Trainingsspezialisten“ – mal als Coach, mal als Teilnehmerin. Und ich merke, wie viel sich in meinem Training verändert hat. Wie viel leichter mir Dinge von der Hand gehen, wie flüssig das Wissen in meinem Kopf ineinandergreift, wie haarig es manchmal noch ist, es umzusetzen, wie ich an Rike und an Kundenhunden sehe, was Training ausmacht. Ich habe mich dieses Jahr mehr beim Training gefilmt, was manchmal hart ist, aber viel hilft. Ich habe neue Trainingsvorbilder. Dadurch, dass ich die „Lernstandsüberprüfungen“ für die Trainingsspezialisten schreibe, fallen mir ganz viele Transfers ein. Und: ich habe über die Trainingsspezialisten eine Menge nette und interessante Menschen kennengelernt.
  3. Konzepttraining: Ich habe dieses Jahr zwei Fortbildungen zu „Konzepttraining“ gemacht (Ute Blaschke-Berthold und Katja Frey) und übe mit Rike. Nicht zuletzt im Nachdenken über Konzepttraining kann ich mich als Philosophin wieder spüren, und habe in diesem Jahr gemerkt, was für ein wichtiger Teil meines Selbstbildes das weiterhin ist: Philosophin sein. Sachen hinterfragen. Mit Begriffen spielen. Argumentieren.
  4. Hundebesuch in der Freien Schule: ich habe mit Rike, und mit mehreren Kunden und ihren Hunden achtmal die Schulgemeinschaft der Freien Schule besucht. Freie Schule und Hundephilosophin, das hat total gepasst, fast möchte ich sagen „wie die Faust aufs Auge“, aber das ist dann doch arg schief. ;-) Ich war am Anfang irritiert, dass es kein festes Programm gab, sondern der Lehrer (der nicht „Lehrer“ hieß), sagte, ich solle doch erstmal eine Beziehung zu den Kindern aufbauen. – Bald standen eine Menge Kinder am Tor, wenn ich ankam, und riefen „Rike, Rike“, und Klein-Rike war auch in ihrem Element, und ich habe dieses Jahr mehrmals gemerkt, wie gern ich mit Kindern zusammen bin, ihnen was erkläre, mir was von ihnen erklären lasse, ihnen zuhöre, in ihre Spiele einbezogen werde.
  5. Introvertiertheit. Ja, ich bin introvertiert. Und ich glaube, ich habe dieses Jahr einen ganz großen Schritt dahin gemacht, dass nicht mehr ändern zu wollen. Mich nicht dafür zu schämen. Das hat tatsächlich viel mit sozialen Medien zu tun: dass ich da Leute entdecke, die sich als introvertiert bezeichnen, und das gut finden. Dass ich Bilder und Sprüche über Introvertiertheit finde, die mir gefallen. Ich habe das Gefühl, das Wissen darüber, dass manche Menschen introvertiert sind und manche extrovertiert, nimmt zu. Auch in Unternehmenskulturen hört man jetzt öfter davon, dass Introvertierte zum Beispiel andere Arbeitsumgebungen brauchen. Und je mehr Leute öffentlich von sich sagen, dass sie in manchen Punkten anders sind, als es scheinbar „erwartet“ wird, desto leichter wird es für andere. Also: Ich bin introvertiert! Ich mag Menschen (Intros und Extros), aber nicht zu große Dosen. Ich telefoniere nicht gern. Ich schreib aber gern. Ist ok, oder?
  6. Mantrailing: Mantrailing macht echt einen großen Teil meines Lebens aus! Ich hatte 2017 etwa dreißig Kundenhunde pro Woche in Trailingkursen, und traile mit meinen zwei Mäusen – sie springen ein, wenn irgendwo ein Platz frei ist, sie trailen entlaufene Hunde, und sobald ich frei habe, will ich auch mit ihnen trailen. :-) Meine Art zu trailen macht unheimlich viel Spaß – Menschen und Hunden – und oft war es so, dass ich mit mittlerer Motivation zu einem Trail-Termin gefahren bin, und dort ganz schnell gute Laune gekriegt habe. Ein bisschen lag das sicher auch daran, dass ich so nette Kunden habe. – Natürlich habe ich dann auch drumherum viel über Trailen nachgedacht, gelesen, geschrieben, diskutiert. Trailen ist echt spannend.
  7. Dreharbeiten: Im Frühjahr hatte ich ziemlich aufwändige Dreharbeiten über Pettrailen mit Habca und Rike, mit einer Firma, die was für Kabel 1 produziert hat. Das war echt interessant. Wir sind zusammen zu einem entlaufenen Hund im Odenwald gefahren, die Mädchen haben getrailt, ich habe die Besitzer beraten (meine Vorhersage ist auch tatsächlich 1:1 am nächsten Tag eingetreten). Dann wurde mein Training gefilmt, der Hund des Moderators durfte Trailen ausprobieren, ich wurde interviewt… das ging über mehrere Tage und hat auch echt Spaß gemacht. Leider wurde die Sendung, für die sie das produziert haben, eingestellt, und es ist nie gesendet worden…
Comments
  • Socke-nHalterin

    Liebe Miriam,

    ich freue mich – als großer Haca-Fan – so sehr, dass Habca noch bei Dir ist. Unsere Hunde verändern sich im Alter, alles hat seine Zeit und nun gibst Du ihr die Sicherheit beim Gassigehen.

    Wir werden im März mit Socke an einem Wochenende das Konzeptraining erlernen und freuen uns wie Bolle darauf.

    Ich freue mich, dass Du Dich und dein Wesen in diesem Jahr annehmen konntest. Ich wünschte, ich wäre intrfertiert….

    Nun wünsche ich Euch einen guten Rutsch in ein hoffentlich gesundes, erfolgreiches und zufrieden machendes 2018.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

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