In Hund entlaufen, Hund in Frankfurt, Hundehalter

Vorgestern war ich mit einer meiner Mantrailinggruppen im Frankfurter Grüneburgpark unterwegs, als ein Mannschaftswagen der Stadtpolizei durch den Park cruiste und mit der cleveren Bemerkung „Ah, Hunde!“ bei uns anhielt. Vier Polizisten stiegen aus, drei davon stellten sich mit dieser breitbeinigen Hände-vors-Geschlecht Haltung vor mich und die zwei Hunde die ich an der Leine hatte, der gesprächsführende wollte von meiner Kundin, die mit ihrem Tibetterrier gerade die andere Kundin trailte, Schilder am Halsband gezeigt bekommen, auf denen Name und Telefonnummer des Hundes stehen.

Tja, da halfen alle Ausreden (wobei sie es wirklich nicht wusste) und Erklärungen („sonst hat sie ein anderes Halsband an“) nichts, sie muss nun wohl 200€ zahlen. Ich fluchte innerlich, und hätte gern sowas gesagt wie „gibts denn keine anderen Probleme um die sie sich kümmern können“, „andere Hunde beißen Hunde tot und werden nicht bestraft“, „und überhaupt“, „macht Ihnen das jetzt Spaß?“… Aber das bringt ja nix, denn recht haben sie. 

Nun habe ich mit ein paar anderen Kunden darüber gesprochen, und festgestellt: 1. viele haben keine Telefonnummer am Hund, 2. fast niemand weiß, dass es vorgeschrieben ist!

Wißt ihr, wo man Vorschriften zur Hundehaltung findet? Zunächst einmal in der Hundeverordnung Eures Bundeslandes. Für Hessen ist das die „Hundeverordnung Hessen – Gefahrenabwehrverordnung über das Halten und Führen von gefährlichen Hunden (Gefahrenabwehrverordnung gefährliche Hunde)“. Hierin heißt es gleich zu Beginn:

§ 1 Halten und Führen von Hunden

Hunde sind so zu halten und zu führen, daß von ihnen keine Gefahr für Leben oder Gesundheit von Menschen oder Tieren ausgeht.
Wer außerhalb des eingefriedeten Besitztums der Halterin oder des Halters einen Hund führt oder laufen läßt, hat diesem ein Halsband anzulegen, auf dem oder an dem Name und Anschrift der Halterin oder des Halters anzugeben sind; besteht ein Telefonanschluß, ist auch die Telefonnummer anzugeben.

(Quelle: https://www.frankfurt.de/sixcms/media.php/738/HundeVO_Stand_2008.pdf, abgerufen am 13.5.2016)

Trotz dieser Vorschrift spricht übrigens auch etwas gegen zu viel Information am Halsband: Es gibt immer wieder Erzählungen von Hunde-Entführungen mit anschließender Erpressung (vgl. z.B. hier).

Trotz des Ärgers und des Entführungs-Arguments kann man der Sache aber auch eine positive Seite abgewinnen: ein Grund zum Shoppen! Denn klar ist, so einfache Klimper-Dinger gehen nicht. Außerdem haben meine Hunde so viele Halsbänder und Geschirre, das ich viel mehr Kennzeichnungen brauche! Oder clevere Umsteck-Lösungen. 

  

Ich habe ein paar dieser Namensschild-Kapseln, verliere sie auch regelmäßig, aber die sind ja recht günstig neu zu kaufen. Gut finde ich, dass nicht jeder sofort alle Infos sieht – genau das gleiche ist aber auch ein Nachteil, denn manche Finder haben wohl keine Lust, dem fremden, vielleicht verstörten Hund so nah zu kommen. Als Habca weggelaufen war, hatte sie eine solche Kapsel, aber die war offenbar nicht wasserdicht und meine Telefonnummer nicht mehr gut lesbar.

Für Halsband-Sammler wie mich sind „Wechselkarabiner“ vielleicht eine gute Option:

  

Ich fände ehrlich gesagt das Umstecken immer noch lästig. Und bei der kleinen Rike würde mir Karabiner plus Marken zu weit runterbaumeln. 

Hübsch und praktisch finde ich die Möglichkeit, das Halsband direkt besticken zu lassen. Auf die Adresse muss man dann wohl verzichten. Luna hat z.B. ein schickes Halsband von http://www.designed4animals.de/ .

Schöne individuelle Designs findet man natürlich bei den „üblichen Verdächtigen“, dawanda.de und etsy.com, mir gefallen zum Beispiel folgende:

bestickte Halsbänder von SBCollars

 

bestickte Halsbänder von Saardogs

 

von PuddleJumpers

Natürlich gibt es auch bestickte Geschirre, zum Beispiel ebenfalls bei Saardogs.

Wer kein neues Halsband/ Geschirr kaufen möchte, für den finde ich so Stoffüberzüge und Stoffbänder mit Klett praktisch, die um ein Halsband oder Geschirr gelegt werden und bestickt sind:

Namensschild vom DotsShop
vom StickTippShop

 

Manche dieser „Überzüge“ sind zugleich eine Tasche, in die man z.B. die Steuermarke stecken kann. Sowas gibt es z.B. bei www.brustgeschirr.com .

Das gleiche Prinzip gibt es auch als Metall-Schildchen, das man über Halsbänder und Geschirre schieben kann, z.B. bei www.schildcher.de oder bei mimigreen:

von Mimigreen

 … oder man kauft doch ein neues Halsband, und läßt die Schließe gravieren. Da kann man nix verlieren:

von MimiGreen

Sind das nicht lauter schöne Möglichkeiten? Da muss man der Hundeverordnung doch *fast* dankbar sein!

 

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