Dies ist die Fortsetzung von “Wer mehr sieht, muss weniger glauben (Teil 1)“.  Im letzten Beitrag ging es darum, das Video gut zu beschreiben, bevor man es interpretiert. Nun ist die Frage: wie kommt man von der Beschreibung zu einer Interpretation?   Meines Erachtens gibt es da mehrere Wege, so wie wir auch mehrere Wege haben, Verständnis für andere Menschen zu entwickeln. Nur den für zwischenmenschliche Verständigung vielleicht (?) wichtigsten Weg, die Sprache, können wir leider nicht nehmen. ...

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Hunde und Menschen sind soziale Lebewesen, sie kommunizieren (fast) den ganzen Tag.  Wer üben will, Hunde besser zu verstehen, hat deshalb viel Übungsgelegenheit. Schwierig macht es nur, gerade am Anfang, dass Hunde so schnell sind. Ich lasse meine Kunden deshalb mit Fotos anfangen, dann kann man Videos, und dann das echte Leben. Videos kann man nämlich mehrmals angucken, oder in Zeitlupe.   Manchmal filme ich irgendeine Interaktion zwischen meinen zwei Hündinnen – und staune dann oft selbst. ...

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  Kennt ihr das, wenn man beim Friseur sitzt, und sich die Frisuren der Mitarbeiterinnen anschaut? Oft finde ich die ganz schön experimentell, und denke, “so soll es bei mir aber nicht werden”. Ich habe mal mit einer angehenden Friseurin in einer WG gewohnt, die hatte alle paar Tage einen neuen Schnitt, eine neue Farbe… und weil das Haare nur soundsooft mitmachen, mussten wir alle dran glauben. Sie war total ehrgeizig, und wollte ihre Techniken üben.  Daran ...

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Ich finde Verhalten super. Ich finde Verhaltensvielfalt super. Verhaltensvielfalt heißt, viele mögliche Antworten auf eine Situation zu kennen.  “Verhalten wird von der Verhaltensbiologie verstanden als eine durch Gene und Lernen beeinflusste Anpassungsleistung eines intakten Organismus an seine Umwelt.” (https://de.wikipedia.org/wiki/Verhalten_(Biologie)) Was ich deshalb sehr beunruhigend finde, ist ein Trend in der Hunde-Erziehung/ im Hunde-Training, den Hund möglichst passiv zu machen. Möglichst leise, nicht störend, unauffällig. Ein bisschen so, wie manche Leute das mit Kindern machen, oder? Von wegen “Kinder soll man sehen und nicht hören”, oder so? Ein ...

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Kürzlich stand ich mit Rike auf einem großen Parkplatz, und sah, wie eine Trainer-Kollegin ihren Kunden verabschiedete. Ich hatte sie schon im Wald am Hund rumrucken sehen. Jetzt ging die Kundin mit Hund auf der anderen Straßenseite an uns vorbei ging. Rike und der Hund starrten sich an. Rike nahm diese deutscher-Schäferhund-auf-Ausstellung-Position ein: die Hinterbeine ganz weit zurück gestellt, das Gewicht aber nach vorne verlagert, alles angespannt, Kopf und Ohren nach vorne, der Mund fest ...

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Ich habe gestern darüber geschrieben, wie wichtig es ist, verschiedene Belohnungsarten aufzubauen. Aber  woher weiß ich denn eigentlich, was für meinen Hund eine Belohnung ist, und was besser als was ist? Natürlich sehe ich, ob ihm etwas Spaß macht – aber als wissenschaftlich fundiert arbeitende Hundetrainerin reicht mir das nicht! Und: kann es nicht auch sein, dass dem Hund z.B. Fressen Spaß macht, und er das Essen trotzdem nicht als Belohnung für das von mir gemeinte Verhalten versteht? Woher weiß ...

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Für die Art, wie ich Hunde trainiere, ist es wichtig, Hunde unterschiedlich belohnen zu können. Es ist ein weit verbreitetes Missverständnis, dass “mit Belohnung arbeiten” hieße, “mit Futter/ Leckerchen arbeiten”. Es geht nicht ums Futter, es geht um das Gefühl im Hund.     Was eine Belohnung ist, entscheidet ganz genau einer: der Hund. Der Mensch kann entscheiden, was davon er benutzt oder nicht benutzt, aber wenn der Hund Streicheln in der Situation doof findet, dann ist Streicheln ...

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Wozu trainieren wir eigentlich unsere Hunde? Zu unserem eigenen Vergnügen, ja: weil es praktisch ist, oder niedlich, oder wir dadurch sportliche Erfolge oder Spaß haben oder einen Nutzen ziehen.   Aber sollte Training nicht in erster Linie dem Tier selbst zugute kommen?   Das ist der Grundgedanke von “cooperative care”: ein Tier so zu trainieren, dass es eine möglichst aktive Rolle in seiner eigenen Pflege und Haltung einnehmen kann. “Medical care” muss also nicht unbedingt “cooperative care” sein, ...

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Ich bin ein bisschen später aufgewacht als sonst. Das heißt, ich habe weniger Zeit als sonst. Als ich im Schlafanzug Kaffee in die Kaffeemaschine fülle, klingelt es. Die Hunde legen natürlich gleich los. Ich sehe aus dem Fenster den Briefträger vor der Tür stehen, mit dem ich neulich an der Tür so zusammengestoßen bin. Ich habe mich tierisch erschreckt, und er hat auf die Hunde geschimpft. Überhaupt guckt der immer furchtbar schlecht gelaunt. Ich beschließe, ...

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Ich habe zwei Anläufe für dieses Buch gebraucht, ich glaube, es ist kein Buch für zwischendurch und nebenher. Mir zumindest fällt es nicht so leicht, diesem essayistischen, etwas verspielten, mäandernden Stil, in dem viele neuere amerikanische Sachbücher geschrieben sind, zu folgen. Mich darauf einzulassen.  Nachdem die Autorin erst von minensuchenden Ratten zu TAG-Teach für autistische Kinder und dann zu ihrem Hund und dem Besuch einer Trainerin springt, um dann wirklich ausführlich auf Leben und ...

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