Die Hundephilosophin

Mantrailing

Mantrailing

Mantrailing ist das Verfolgen der Spur eines vermissten Menschen durch ein Hund-Mensch-Team. Der Hund arbeitet angeleint, und zeigt seinem Menschen, wo die Spur verläuft. Mantrailing ist körperlich wie geistig anstrengend für die Hunde und daher optimal als Auslastung geeignet – und es macht Riesenspaß!

Was Mantrailing-Teams nach und nach lernen müssen:

Startritual und Basistrail, Lesen des eigenen Hundes, Trails mit mehr oder weniger Ecken und Kurven, verschiedene Böden und Untergründe, längere und kürzere Trails, Negativanzeige, frische und ältere Trails, Wiederauffinden eines verlorenen Trails, Geruchspool, Splitting, Line-up. Ein bisschen Theorie: Unterschiede Mantrailer/ andere Such- und Rettungshunde; die richtige Ausrüstung für den Hund, Handhabung der Leine, der Geruchsartikel, das Start-Ritual, was ist überhaupt Individualgeruch?, Motivation und Belohnung; die Verbindung von Versteckperson und Geruchsartikel, Geruchsausbreitung, Windrichtung, Luftbewegung, Thermik, Aufgaben der Versteckperson, Markieren eines Trails ja oder Nein, Anzeigeverhalten. Es hilft außerdem, Fotos und Videos vom eigenen Training anzufertigen und auszuwerten.

Ich habe elf Jahre lang wöchentliche Mantrailing-Gruppen angeleitet. Seit 2021 gibt es keine wöchentlichen Übungsgruppen mehr, da es zu meiner Entwicklung als Trainerin nicht mehr passt.

Stattdessen biete ich Mantrailing-Seminare an:

Mantrailing- Events und Seminare mit der Hundephilosophin

Ein Film über Mantrailing bei der Hundephilosophin

Mantrailen mit Miriam

Verschiedene Ansätze im Mantrailing

Im Bereich des Trailens scheint es noch mehr als eh schon in der Hundewelt ganz wichtig zu sein, sich gegenseitig doof zu finden. Es gibt eine Reihe verschiedener „Schulen“. Streitpunkte sind vor allem: Darf der Hund so suchen, wie er will, oder wird ihm sehr vorgegeben, wie er suchen soll? Wie aufgeregt/ erregt/ „triebig“ soll ein Hund suchen? Wie erklärt man dem Anfängerhund, was er tun soll – und wie baut man eventuelle Hilfen wieder ab? Und zuletzt: Worum geht es? Ums Finden, ums Suchen, um Spaß für den Hund, Spaß für den Menschen? Oder leichtes Geld verdienen für den Trainer?

Ganz grob kann man einteilen: Kocher (die „Kocher-Methode“) legt Wert auf hohe Motivation, schnelles Tempo, lässt demHund ansonsten viel Freiheit. Gabriella Trautmann zerlegt das „Puzzle“ Mantrailing in kleinere Teile, die man auch einzeln üben kann, und achtet sehr darauf, wie der Hund sucht. Alexandra Grunow kommt aus dem Rettungshundebereich und hat den Konzern „K9“ aufgebaut, der deutschlandweit Mantrailing-Unterricht anbietet und Standards einführt. Armin Schweda legt Wert auf die „Arbeitseinstellung“ des Hundes. Viviane Theby, der Scheuerhof und z.B. Fritz Gruber (https://www.wimeti.at/) betonen, dass der Hund „suchen“ soll, es gibt z.B. gar nicht immer eine Versteckperson am Ende eines Trails. Sie trainieren ein genaues Verhalten, wie sie das bei jedem anderen Training auch tun würden – nicht eine Motivation. Trainer dieser Richtung nennen das, was sie tun, eher „Individualspürhunde“ oder „ID-Tracking“, um sich vom Durchschnitts-Mantrailing abzugrenzen.

Was es meines Erachtens wenig gibt, ist eine konstruktive Auseiandersetzung miteinander. Und es ist ein Unterschied, ob ich einen möglichst guten Hund ausbilden will, der Leben retten soll – oder ob ich einem Familienhund und seinem Besitzer ein schönes Hobby eröffne. Aber auch letzteres kann man gut oder eben nicht so gut machen…

Als Familienhundbesitzer, der trailt, empfehle ich, sich folgendes ehrlich selbst zu beantworten:

  • geht es mir in erster Linie um Spaß für mich, um Spaß für meinen Hund, oder darum, gut Trailen zu lernen?
  • hat mein Hund „verstanden“, dass es einen Zusammenhang zwischen Geruchsartikel, Spur und Versteckperson gibt? Kann ich das tatsächlich und ehrlich aus seinem Verhalten schließen? Findet er z.B. fremde Personen, kann er die richtige Person aus mehreren Personen identifizieren, und kann er Spuren differenzieren? (alles jeweils dem Ausbildungsstand entsprechend)
  • wie stark orientiere ich mich an bewussten und unbewussten Signalen meines Trainers/ Begleiters (z.B. Trainer wird langsamer oder bleibt stehen, wenn Trailer falsch abbiegt), und wie stark orientiert sich mein Hund beim Trailen an mir und weiteren Begleitern wie dem Trainer? Wie reagiert der Hund, wenn ich zögere, wenn ich denke, dass er falsch ist? Kann ich (dem Ausbildungsstand entsprechende) Trails auch ganz allein bewältigen?

Bücher, die ich zur Vertiefung des eigenen Trainings empfehlenswert finde:

 

Video-Eindrücke von unseren Trailing-Stunden und vom Trailen mit meinen eigenen Hunden

 

Beiträge über Mantrailing auf meinem Blog

… findet ihr unter http://www.diehundephilosophin.de/category/blog/mantrailing/ .