Social Walk – Sozialverhalten üben

hundephilosophin1609-1 

Viele Hunde haben Schwierigkeiten damit, fremde Hunde zu treffen, an ihnen ruhig vorbei zu gehen. Manche nur mit Leine, andere immer. Manche haben Angst, andere reagieren schnell aggressiv, wieder andere sind “nur” aufgeregt oder frustriert oder besorgt. Viele verschiedene Emotionen können für dieses unangenehme Spektakel sorgen, das kein Hundehalter will.

Was tun?

Im Hundekopf (und oft auch im Menschenkopf) hat sich eine Verbindung verankert: “ein fremder Hund kommt entgegen”, das heißt:

  • “jetzt geht es wieder los”
  • “jetzt wird es unangenehm”
  • “Gott ist das peinlich”
  • “mein Mensch reißt gleich an der Leine, ich spanne mich schonmal an, damit es nicht weh tut”
  • “mein Hund springt gleich, ich halte ihn schonmal gut fest”
  • “Nachbar Waldi hat wohl immer noch nicht gerafft, dass das hier mein Bürgersteig ist? Habe ich es ihm nicht gestern erst erklärt?!”
  • “wer ist das denn, ob der mir was tun will, oh Gott, ich kann hier doch nicht weg, mit der blöden Leine!”
  • “Na warte, dir werd’ ich helfen, so frontal auf meinen Menschen zuzugehen!”

Für Hunde ist es erstmal nicht “normal”, einfach geradeaus, frontal, mit Blickkontakt aufeinanderzu zu gehen, guten Tag zu sagen (oder auch nicht) und weiterzugehen. Für sie wäre es wohl normaler

  • sich auszuweichen
  • große Bögen zu gehen
  • parallel zu laufen
  • einen schwelenden Konflikt zu klären
  • sich frei zu umkreisen, zu beschnuppern, und zu schauen “was miteianander geht”
  • einander aus dem “Revier” zu vertreiben, Grenzen abzustecken und einzuhalten
  • gegebenenfalls dann umzuziehen oder andere Wege zu gehen

Wir Menschen sind es, die unbedingt “spazieren gehen” wollen! Wir wollen Leinen benutzen und Bürgersteige und Parks mit Hundewiesen. Wir sind deshalb in der Verantwortung, unseren Hunden zu erklären, wie das gehen soll.

Das innerartliche Sozialverhalten des Hundes ist ein Schwerpunkt meiner Arbeit und häufiges Thema von Einzeltraining – der “Social Walk” ist die monatliche Übungsgelegenheit mit anderen Hunden. 

Wir trainieren dabei das erwünschte Verhalten im Begegnungskontext. Wir provozieren unerwünschtes Verhalten nicht, sondern dehnen erwünschtes Verhalten mehr und mehr aus. Das heißt, es ist kein „da muss er durch“- Training (weder für Hunde, noch für Menschen), sondern es soll und darf Menschen und Hunden Spaß machen. Wir entdecken und fördern die friedlichen Anteile die unser Hund (jeder Hund!) hat, und sagen ihm, dass wir diese friedlichen Verhaltensweisen zur Konfliktvermeidung toll finden. Leider werden sie im „echten Leben“ oft übersehen,  was zur Folge hat, dass der Hund sie immer weniger zeigt. Deshalb beginnen wir damit, sie zu entdecken, zu markieren und zu belohnen. Hierzu verwenden wir ein Markersignal (z.B. den Clicker).

Die Take-away-Botschaft ist: „Ja, da waren andere Hunde, aber eigentlich war es gar nicht so schlimm, sondern sogar ganz nett.“

Jeder trainiert individuell das, was er im Einzeltraining gelernt hat, alle nehmen Rücksicht aufeinander, sprechen miteinander, versuchen miteinander nett zu sein.

Wir treffen uns monatlich an wechselnden Orten und mit wechselnden Teilnehmern, um die Generalisierung des erwünschten Verhaltens zu fördern.

Es lohnt sich, mehrmals oder regelmäßig zu kommen, da man von Mal zu Mal Veränderungen im Verhalten des Hundes beobachten kann. 

Termine 2017
So 16. Juli 2017     
So 20. Aug. 2017     
So 17. Sep. 2017     
So 15. Okt. 2017     
So 19. Nov. 2017     
So 17. Dez. 2017
Ort: erfahren Sie bei Anmeldung
Kosten:

60min 25€/ Hund

Mit der Social Walk-Dranbleibekarte jedes 5. mal gratis teilnehmen!

Voraussetzung: nur nach Einzeltraining