Innerartliches Sozialverhalten üben

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Social Walk

Viele Hunde haben Schwierigkeiten damit, fremde Hunde zu treffen, an ihnen ruhig vorbei zu gehen. Manche nur mit Leine, andere immer. Manche haben Angst, andere reagieren schnell aggressiv, wieder andere sind “nur” aufgeregt oder frustriert oder besorgt. Viele verschiedene Emotionen können für dieses unangenehme Spektakel sorgen, das kein Hundehalter will.

Was tun?

Im Hundekopf (und oft auch im Menschenkopf) hat sich eine Verbindung verankert: “ein fremder Hund kommt entgegen”, das heißt:

  • “jetzt geht es wieder los”
  • “jetzt wird es unangenehm”
  • “Gott ist das peinlich”
  • “mein Mensch reißt gleich an der Leine, ich spanne mich schonmal an, damit es nicht weh tut”
  • “mein Hund springt gleich, ich halte ihn schonmal gut fest”
  • “Nachbar Waldi hat wohl immer noch nicht gerafft, dass das hier mein Bürgersteig ist? Habe ich es ihm nicht gestern erst erklärt?!”
  • “wer ist das denn, ob der mir was tun will, oh Gott, ich kann hier doch nicht weg, mit der blöden Leine!”
  • “Na warte, dir werd’ ich helfen, so frontal auf meinen Menschen zuzugehen!”

Für Hunde ist es erstmal nicht “normal”, einfach geradeaus, frontal, mit Blickkontakt aufeinanderzu zu gehen, guten Tag zu sagen (oder auch nicht) und weiterzugehen. Für sie wäre es wohl normaler

  • sich auszuweichen
  • große Bögen zu gehen
  • parallel zu laufen
  • einen schwelenden Konflikt zu klären
  • sich frei zu umkreisen, zu beschnuppern, und zu schauen “was miteianander geht”
  • einander aus dem “Revier” zu vertreiben, Grenzen abzustecken und einzuhalten
  • gegebenenfalls dann umzuziehen oder andere Wege zu gehen

Wir Menschen sind es, die unbedingt “spazieren gehen” wollen! Wir wollen Leinen benutzen und Bürgersteige und Parks mit Hundewiesen. Wir sind deshalb in der Verantwortung, unseren Hunden zu erklären, wie das gehen soll.

Das innerartliche Sozialverhalten des Hundes ist ein Schwerpunkt meiner Arbeit und häufiges Thema von Einzeltraining – der “Social Walk” ist die monatliche Übungsgelegenheit mit anderen Hunden. 

Wir trainieren dabei das erwünschte Verhalten im Begegnungskontext. Wir provozieren unerwünschtes Verhalten nicht, sondern dehnen erwünschtes Verhalten mehr und mehr aus. Das heißt, es ist kein „da muss er durch“- Training (weder für Hunde, noch für Menschen), sondern es soll und darf Menschen und Hunden Spaß machen. Wir entdecken und fördern die friedlichen Anteile die unser Hund (jeder Hund!) hat, und sagen ihm, dass wir diese friedlichen Verhaltensweisen zur Konfliktvermeidung toll finden. Leider werden sie im „echten Leben“ oft übersehen,  was zur Folge hat, dass der Hund sie immer weniger zeigt. Deshalb beginnen wir damit, sie zu entdecken, zu markieren und zu belohnen. Hierzu verwenden wir ein Markersignal (z.B. den Clicker).

Die Take-away-Botschaft ist: „Ja, da waren andere Hunde, aber eigentlich war es gar nicht so schlimm, sondern sogar ganz nett.“

Jeder trainiert individuell das, was er im Einzeltraining gelernt hat, alle nehmen Rücksicht aufeinander, sprechen miteinander, versuchen miteinander nett zu sein.

Wir treffen uns monatlich an wechselnden Orten und mit wechselnden Teilnehmern, um die Generalisierung des erwünschten Verhaltens zu fördern.

Es lohnt sich, mehrmals oder regelmäßig zu kommen, da man von Mal zu Mal Veränderungen im Verhalten des Hundes beobachten kann. 

Termine 2017
 So 17. Dez. 2017
Ort: erfahren Sie bei Anmeldung
Kosten:

60min 25€/ Hund

Mit der Social Walk-Dranbleibekarte jedes 5. mal gratis teilnehmen!

Voraussetzung: nur nach Einzeltraining

  

 

Workshops Hunde-Begegnungen

Ich finde, nicht jeder Hund muss Spaß daran haben, auf der Hundewiese herumzutollen! Individualdistanzen und Vorlieben sind individuell, und das ist auch ok so. Aber jeder Mensch und jeder Hund sollte sich in seinem – angepassten – Alltag wohl fühlen können. Wir erarbeiten in den Workshops “Hunde-Begegnungen”  für jedes teilnehmende Team eine Strategie, mit den gefürchteten Begegnungen gelassen(er) umzugehen.

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Dieser Workshop richtet sich an Hunde und ihre Besitzer, die Schwierigkeiten mit (manchen oder allen) anderen Hunden haben oder hatten, die sie aber im Alltag schon gut managen. Trotzdem sind Mensch und/ oder Hund noch nicht entspannt, wenn ihnen ein Hund entgegenkommt. Wir suchen nach den Stellschrauben, an denen wir auf Seite des Menschen und des Hundes noch drehen können, um Ihren alltäglichen Spaziergang zu entstressen. 

Wir können nach Absprache Begegnungen üben:

  • mit und ohne Maulkorb
  • mit und ohne Leine
  • mit und ohne direkten Kontakt

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Wir arbeiten mit Behaviour Adjustment Training (BAT, Grisha Stewart) und Control-Unleashed-Techniken (Leslie McDevitt) und ergänzen sie nach Bedarf.

 

Nächster Workshop-Termin:

Frühjahr 2018

 

BAT-Clinic

Viele Kunden haben von mir BAT (Behaviour Adjustement Training) erlernt und suchen jetzt Übungspartner um immer besser zu werden. Manche von ihnen sind schon sehr weit und wollen nah an anderen Hunden vorbei gehen. Andere brauchen ruhige Übungspartner die weit weg stehen. Manche brauchen spezielle “Feindbilder”, wie unkastrierte Rüden, große schwarze Kurzhaarhunde oder kleine lautfreudige.

Für Euch biete ich eine BAT-Clinic an, bei der wir Euch miteinander in Kontakt bringen, Set-Ups erstellen und ihr BATten könnt was das Zeug hält. Zwischendurch erzähle ich Euch was es Neues von BAT gibt, bin für Fragen und Korrekturen da und Ihr könnt natürlich auch voneinander lernen.