In Hunde-Ohren, Hundepsychologie, Philosophisches zu Hunden, Tierpsychologie, Verhaltensforschung

Habt Ihr es auch in der Zeitung gelesen: Pferde kommunizieren einander mit ihren Ohren Richtungshinweise. Hat die Wissenschaft festgestellt. „Außerdem fordern sie, die Bedeutung beweglicher Ohren bei der nonverbalen Kommunikation genauer zu untersuchen. Bisher hätten sich Forscher zu sehr auf Formen beschränkt, die auch Menschen beherrschen.“ (SZ vom 5. August, „Pferde sprechen mit den Ohren„)

Ich finde es super, wenn die kognitiven Fähigkeiten von Tieren jetzt nach und anch wissenschaftlich belegt werden. Auch die Forschungsgruppe am MPI in Leipzig ist da ganz groß und haut ständig neue Studien á la „Hunde können xy!“ raus. So las ich gestern, dass Hunde darauf achten, aus welcher Richtung ein Mensch spricht (Federico Rossano, Marie Nitzschner und Michael Tomasello (2014): „Domestic dogs and puppies can use human voice direction referentially“, Proc. R. Soc. B, 22. Juni 2014, Vol. 281, Nr. 1785 20133201).

Es ist gar nicht einfach, sich für solche Dinge belastbare Forschungsdesigns auszudenken! Es ist gut, dass das gemacht wird!

Ich weiß nicht, ob ich „aber“ oder „und“ schreiben soll, jedenfalls: Jeder, der mal mit einem Hund zusammengelebt hat, oder ernstgemeint Pferde beobachtet hat, jeder, der Zeit mit diesen Tieren verbracht hat, und hingeschaut, der weiß,  dass sie mit ihrem ganzen Körper sprechen, und dass sie auf unseren ganzen Körper achten. Was Hunde z.B. mit ihren Hunden machen können, ist Wahnsinn, und das machen sie sicher nicht nur zu unserer Belustigung! Menschen können weniger (Menschenohren? ein Scherz!), und: sie wissen und merken gar nicht, was sie mit ihrem Körper da die ganze Zeit „erzählen“!

Crazy_Ohrenstellungen

Stef hat mal Crazys Ohrenstellungen protokolliert: was sagt er denn da?

„Bisher hätten sich Forscher zu sehr auf Formen beschränkt, die auch Menschen beherrschen.“, ja, klar: was ist mit der olfaktorischen Kommunikation unter Hunden? was ist mit der Bedeutung der Verlagerung des Körperschwerpunktes?

Wir wissen so wenig über den Haushund, noch immer. Eigentlich müssten wir ihn mit Staunen und Ehrfurcht durchs Leben begleiten. Aber meistens glauben wir, zu wissen was abgeht, und dann entstehen Sätze wie „der weiß doch genau was er machen soll“, „der zeigt mir den Mittelfinger“, „der ist zu blöd dafür“, „die sucht doch gar nicht richtig!“ (beim Mantrailing)…