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Der Moment in dem einem Hundebesitzer klar wird, dass es für den Hund und für ihn besser ist, sich zu trennen, dass der Hund wirklich nicht bleiben kann, wie sehr man ihn auch lieben mag, ist furchtbar. Wann immer mir als Hundetrainerin der Gedanke kommt „vielleicht ginge es ihnen ohneeinander besser, vielleicht sollten sie den Hund wirklich abgeben“ ist es ein trauriger Moment, und zum Glück ist er selten. Einige Menschen nehmen unglaublich viel auf sich, um ihrem geliebten Hund ein schönes Leben zu bieten. Es gibt Menschen, die sich von ihrem Hund tyrannisieren und auch beißen lassen, die zusehen wie der Hund ihre Kinder beißt, die nur nachts mit dem Hund vor die Tür gehen, deren Hund ihre gesamte Inneneinrichtung zerstört, die ihren Hund jede Woche suchen gehen müssen, die wegen ihres Hundes keinen Besuch mehr empfangen und alle Freunde verlieren.

Mit Training, Erziehung, Hundeverständnis kann man in diesen Fällen sehr viel erreichen, viel mehr als die allermeisten solcher Hundebesitzer denken. Und da wo Training Zeit braucht, gibt es so genannte Managementmaßnahmen, um allen Beteiligten wieder ein erträgliches, möglichst angenehmes Leben zu ermöglichen.

Aber so wie es Partnerschaften zwischen Menschen gibt, die sich einfach nicht mehr kitten lassen, obwohl man sich sogar noch liebt, oder zumindest der eine den anderen, so gibt es auch Hund-Mensch-Beziehungen, die an ein Ende kommen, in denen so viel zerstört ist, dass schon zum Trainieren die Kraft fehlt, oder das Vertrauen. In denen Verletzungen sich über Jahre angesammelt haben, in denen viel zu lange nichts passiert ist, oder viel zu viel.

Ich hatte letzte Woche mit einer solchen Geschichte zu tun, nur am Rande, als Ratgeberin, die von sehr weit draußen auf die Geschichte schaut, und natürlich als jemand, der zunächst immer die bestehende Partnerschaft retten will. Es war ein langes, sehr trauriges Gespräch und alles was blieb, war einen Abschied so gut wie möglich für alle gestalten zu wollen, seine Notwendigkeit, Kinderseelen in ihren verletzlichen Kinderkörpern erklären zu wollen, und für einen schwierigen Hund das richtige Zuhause finden zu wollen. Wenn es das denn gibt.

Diese unausweichliche Traurigkeit hat mich an eines der besten Hundebücher erinnert die in letzter Zeit erschienen sind und von dem ich Euch nächste Woche unbedingt erzählen muss: „Part Wild„, die Erinnerungen einer Frau die mit einem Wolfshybriden zu leben versucht.

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